Architektur

Kommunikationsschema des Index AMI HW3: TCP-Client-Server-Architektur

3. Juni 2026·6 min Lesezeit

Der Index AMI HW3 fungiert als Kommunikationsbrücke zwischen dem industriellen Messsystem und den AMI-Plattformen. Dieser Leitfaden beschreibt die TCP-Client-Server-Architektur, die die Echtzeit-Fernablesung von Zählern unterstützt.

Überblick

Der Index AMI baut ein Intranet mit dem 4G-LTE-Mobilfunkanbieter auf, der sich wiederum über eine bidirektionale TCP-Client-Server-Architektur mit den AMI-Plattformen verbindet. Ablesungen fließen vom Zähler zu den AMI-Plattformen; Leseanfragen fließen in entgegengesetzter Richtung.

TCP-Client-Server-Architektur

Die Kommunikation gliedert sich in zwei feste Endpunkte:

  • TCP-Client — Index AMI Monitor: Standardport 5025. Darf nicht geändert werden. Der Index AMI initiiert die Verbindung zu den AMI-Plattformen und veröffentlicht Zählerablesungen auf diesem Port.
  • TCP-Server — AMI-Plattformen: Standardport 5000. Kann vom Benutzer je nach AMI-Plattformen-Netzwerkkonfiguration geändert werden. Die AMI-Plattformen lauschen auf diesem Port und senden Leseanweisungen an den Index AMI.

Der Index AMI fungiert als Brücke: Er empfängt Anweisungen von den AMI-Plattformen (Server) und übersetzt sie in das RS485/RS232-Protokoll zur Zählerabfrage. Die Antwort kehrt über denselben Kanal zu den AMI-Plattformen zurück.

Transport: 4G-LTE-Mobilfunk-Intranet

Die Kommunikation zwischen Index AMI und den AMI-Plattformen verläuft über das Mobilfunknetz des Anbieters. Der Anbieter stellt ein privates Intranet bereit, das beide Endpunkte ohne Exposition im öffentlichen Internet verbindet. Dazu benötigt der Index AMI einen korrekt konfigurierten APN und optional einen WireGuard-VPN-Tunnel für zusätzliche Sicherheit.

Zwei Konnektivitätsmodelle für das Reporting

Das Reporting der Informationen vom Index AMI an die AMI-Plattformen kann je nach verfügbarer Infrastruktur in zwei Konnektivitätsmodellen betrieben werden:

  • Modell 1 — VPN über das Mobilfunknetz: Der Index AMI nutzt einen Mobilfunk-Datentarif mit Internetzugang und baut einen Ende-zu-Ende-verschlüsselten WireGuard-VPN-Tunnel zum Broker auf. Verschlüsselung und Routing werden von Noatec oder dem Kunden verwaltet; funktioniert mit jedem Betreiber, dessen SIM Internetzugang hat.
  • Modell 2 — Last-Mile-Lösung des Netzbetreibers: Der Netzbetreiber oder -distributor stellt eine Last-Mile-Lösung über sein Mobilfunknetz bereit: ein privates APN, das den Index AMI über das private Intranet des Betreibers mit den AMI-Plattformen verbindet, ohne Exposition gegenüber dem öffentlichen Internet. Sicherheit und Routing werden vom Netz des Distributors gewährleistet, sodass kein zusätzliches VPN erforderlich ist.

Protokoll zum Zähler: RS485 / RS232

Der Index AMI kommuniziert mit dem industriellen Messsystem über RS485 oder RS232 nach DLMS/COSEM- oder Modbus-RTU-Standards je nach Zählermodell. Der physische Kabelbaum verbindet den seriellen Port des Zählers mit dem Phoenix-Anschluss des Index AMI.

Erstkonfiguration via Bluetooth (BLE)

Der Index AMI enthält ein Bluetooth-Modul für die Erstkonfiguration ohne Fernzugriff. Über die Android-App Index AMI lassen sich die TCP-Verbindungsparameter einstellen:

  • IP-Adresse und Port des TCP-Servers: AMI-Plattformen-IP und Port 5025 (muss mit dem TCP-Serverport der AMI-Plattformen übereinstimmen).
  • Berichtstypen: Einschalten, Ausschalten und Status — definieren, welche Ereignisse der Index AMI an die AMI-Plattformen meldet.

Kompatible Systeme in den AMI-Plattformen

Die AMI-Plattformen können jedes System sein, das als TCP-Server auf dem konfigurierten Port agieren kann. Typisch integrierte Systeme:

  • Index AMI Monitor — Noatec-Desktop-Anwendung für Echtzeit-Überwachung
  • HES (Head-End System) — Messdatenerfassungssystem
  • MDMS (Meter Data Management System) — Datenverwaltung und -speicherung
  • SCADA / EMS — Energie-Überwachungs- und Steuerungsplattformen
  • CIS (Customer Information System) — Abrechnung und kaufmännische Verwaltung
  • EAMS — Ereignis- und Alarmverwaltung
  • CAMS — Cybersicherheit und Zugriffsverwaltung

Flussübersicht

  1. Der Industriezähler verbindet sich via RS485/RS232 mit dem Index AMI.
  2. Der Index AMI stellt 4G-LTE-Konnektivität mit dem Mobilfunkanbieter her.
  3. Der Anbieter stellt ein privates Intranet zu den AMI-Plattformen bereit.
  4. Die AMI-Plattformen (TCP-Server Port 5000) senden Leseanfragen an den Index AMI.
  5. Der Index AMI (TCP-Client Port 5025) fragt den Zähler ab und gibt die Ablesung an die AMI-Plattformen zurück.
  6. Die Erstkonfiguration erfolgt lokal via Bluetooth mit der Android-App.